Neujahrsvorsatz Nachhaltigkeit - Ein Wegweiser

Passend zum neuen Jahr hätten wir hier einen Neujahrsvorsatz, den sich (Gott sei Dank) immer mehr Leute setzen, denn 2020 werden alle Karten auf Nachhaltigkeit gesetzt.

Ist er dann erstmal da, der Neujahrsvorsatz, so will man sich gleich ans Werk machen und erhofft sich natürlich, ähnlich wie im Fitnessstudio, gleich sichtbar oder spürbare Erfolge zu haben. Bleiben diese aus -  sinkt die Motivation ganz schnell und spätestens im März wird der Neujahrsvorsatz verabschiedet und ins Hinterkämmerlein unseres Kopfes geschoben.

 

Insbesondere beim Thema der Nachhaltigkeit gestaltet sich der direkt sichtbare Erfolg natürlich als besonders schwierig. Ein Effekt stellt sich hier oftmals erst auf lange Sicht ein. Um somit zumindest den Start ins neue Jahr zu erleichtern – und so hoffentlich auch die Erfolgsrate bei den Neujahrsvorätzen zum Thema Nachhaltigkeit möglichst hoch zu halten, braucht es bestenfalls einen Plan. Einen Wegweiser, der euch helfen soll, euch zurecht zu finden und der euch die ersten Schritte erleichtert.

 

Neujahrsvorsatz: Nachhaltigkeit, da kommt einem doch als erstes das ganze Plastikzeug im Haushalt in den Sinn. Plastik, so ist mittlerweile die weit verbreitete Meinung, ist schlecht und schädlich. Schlechte und schädliche Dinge wollen wir nicht in unserem Leben haben, also raus damit.  Somit fahre ich in den nächsten Supermarkt und besorge mir alles neu, neu aus was? – Holz natürlich.

Aber halt, Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur nachhaltigere Dinge zu benutzen, es bedeutet auch zu versuchen weniger Müll zu produzieren. Doch wohin nur mit dem ganzen Plastik, wenn ich alles neu gekauft habe? Denn eins ist sicher, Plastik unnötig wegzuschmeißen hilft mir hier auch nicht.

Also spulen wir nochmal zurück. Alles auf Anfang. Ich habe für euch eine kleine Liste für Beginner erstellt. Eine Liste – einen Wegweiser - der euch einen einfachen Start in das nachhaltigere Leben ermöglicht, noch bevor ihr los in die Welt zieht und wie wild alles kauft wo drauf steht: FAIR; NACHHALTIG, NATÜRLICHE INHALTSSTOFFE.

 

 

Fangen wir an. Die Welt des nachhaltigen Lebens ist riesen-groß und um einen Startpunkt zu haben fangt ihr am besten bei euch selbst an, eurem Haushalt, eurem Konsum.

PLANUNG & BABYSTEPS

Setzt euch in Ruhe hin und geht einmal alles durch, euren Alltag, euren Haushalt. In welchem Raum benutzt ihr besonders viel Plastik und was lässt sich gut ersetzen.

 

Ganz wichtig hierbei, setzt die Ziele nicht zu hoch. Von null auf 100 ist schwer und birgt die Gefahr, schneller wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen. Nehmt euch zu Beginn vielleicht erstmal einen Raum vor. 

DAS BADEZIMMER

Überlegt euch, was ihr im Bad verändern könnt. Benutzt ihr schon Naturkosmetik?

Wenn nein, dann ist da vielleicht der erste Schritt für euch. In vielen Kosmetikprodukten befindet sich neben anderen schädlichen oder fragwürdigen Inhaltsstoffen auch Mikroplastik. Für mich hat schon alleine der Gedanke zur Veranschaulichung gereicht, ich würde mir kleine Plastikstückchen auf die Haut reiben, um auf Naturkosmetik umzusteigen. Oder wie sieht es mit einem Wechsel von flüssigem Shampoo zu festem Shampoo aus? Denn ein weiterer Vorteil, abseits der natürlichen Inhaltsstoffe, die Verpackung des festen Shampoos besteht meist aus Papier, während die des flüssigen aus Plastik ist.

 

Welche Zahnbürsten benutzt du? Welches Reinigungsmittel? Im Internet finden sich mittlerweile Haufenweise Anleitungen zum Selbstherstellen von Putzmitteln – stöbert einfach mal im Internet, auf smarticular  findet ihr zum Beispiel DIY-Anleitungen von Waschmittel bis hin zum Universalreiniger, 

Und soll es nicht zu allererst das Bad sein, dann geht einmal einen anderen Raum durch.

 

DIE KÜCHE

Nachhaltiger in der Küche geht immer, werft einfach mal einen Blick in den Kühlschrank.

Wie viel Plastik findet ihr darin? Sind Bioprodukte vorhanden? Oder wo geht ihr überhaupt einkaufen?

 

Wer nachhaltiger Einkaufen will, sollte erst einmal überlegen woher er die Lebensmittel bezieht und welche Alternativen es (natürlich im passenden Budget) gibt.

Kauft unverpackte Obst- & Gemüsesorten, die nicht gespritzt sind (Bio).

Mich persönlich haben bei den Bioprodukten immer mehr Reportagen geschockt, die zeigen, dass nicht alles Gold ist was glänzt (hätte man sich auch denken können). Deshalb beziehen wir unser Gemüse meist vom Bauern es Vertrauens. Vielleicht habt ihr ja auch ein kleines Bauernlädchen in der Nähe?

Tipp: wer regional und saisonal einkauft, hat meist die Nase vorn und kann sogar ein bisschen Geld sparen.

Überlegt euch genau, ob es eine gespritzte Mango sein muss, die einen super weiten Weg hinter sich hat oder ob es vielleicht auch ein Apfel tut. Ich war anfangs tatsächlich ein wenig erstaunt was die regionale Küche alles hergibt. Wie viele andere wahrscheinlich auch, hatte ich mich vorher nicht wirklich mit der regionalen Küche beschäftigt. Ich ging in den Supermarkt und kaufte worauf ich Lust hatte, war ja schließlich alles da. Jetzt bin ich jedoch froh, dass ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, denn ohne eine kleine Lerneinheit über regionales Obst und Gemüse, hätte ich wahrscheinlich nie Grünkohl oder Wirsing für mich entdeckt.

WEGWERFEN & PLASTIK

Wie ihr euch vielleicht denken könnt, ist im nachhaltigen Sinne, wegwerfen nicht die glanzvollste Lösung. Also denkt immer zweimal nach. Kann ich das Produkt wirklich nicht mehr gebrauchen? Gibt es vielleicht jemanden der es noch gebrauchen könnte? Und wenn nicht, kann ich es sogar vielleicht irgendwo spenden?

 

Wir benutzen unsere Plastikbrotdosen beispielsweise weiter, gehen sie kaputt – werden sie durch eine nachhaltigere Alternative, wie Aludosen, ersetzt. Aber gut-funktionstüchtige Dinge aus Plastik werden bei uns niemals weggeschmissen!

 

Beim Thema Klamotten handeln wir ähnlich. Klamotten werden erstmal in der Familie ausgetauscht. Was mir nicht mehr gefällt, kann ja immer noch jemand anderem gefallen. So tauschen meine Schwester und ich immer mal wieder unsere aussortierten Klamotten hin und her, sodass sich jeder ab und an über ein neues kostenloses Kleiderstück im Schrank freut. Der Rest (solange es keine löchrigen T-Shirts sind, die werden bei uns nämlich noch zum Putzen verwendet) wird gespendet und macht so hoffentlich noch anderen eine Freude.

DAS BUDGET

Wie schon vorher angesprochen, jeder hat ein unterschiedliches Budget und das Budget spielt natürlich (wie fast überall im Leben) immer eine Rolle. Wahrscheinlich sogar die größte.

Für mich ist es beispielsweise total in Ordnung, weniger Süßes zu kaufen und dafür ein paar Euro mehr übrig zu haben um beim Bauernladen einzukaufen.

 

Seit wir mehr auf saisonale und regionale Sorten achten, könnten wir hier wahrscheinlich sogar Geld sparen. Meist geht das Geld dann jedoch trotzdem für kleine Belohnungen drauf – die natürlich nicht sein müssen, die wir uns aber (sofern es das Budget zulässt) gerne ab und zu gönnen. Ebenso lässt sich durch das Herstellen eigener Reinigungsmittel auf lange Sicht etwas Geld sparen.

 

Beschäftigt man sich ein wenig mit dem Thema du geht mit Köpfchen einkaufen,  kann man das Vorurteil Nachhaltigkeit sei nur etwas für ein großes Budget, getrost außen vor lassen. Ich bin selbst Studentin und gehe nebenbei nur Teilzeit arbeiten, habe also ein begrenztes Budget. Vor dem Einkaufen überlege ich mir (bis auf wenige Spontankäufe) immer genau, ob und was ich brauche (EINKAUFSLISTE!!!).

 

Die Anschaffung verschiedener Dinge kann zu Beginn natürlich etwas mehr kosten als vorher, ist jedoch im Nachhinein meist günstiger, da die angeschafften Produkte oftmals langlebiger sind.

NICHT AUFGEBEN

Das wichtigste jedoch zum Schluss. Jeder wie er kann und bitte bitte nicht aufgeben. Manche Umstellungen sind hart und es ist überhaupt nicht schlimm, wenn man aus welchen Gründen auch immer, zwischendurch zu der Paprika in der Plastikverpackung greift.

Viel wichtiger ist hier, dass du dich mit dem Thema auseinandersetzt, es versuchst und dein Bestes gibst. Wir sind alle nur Menschen, machen Fehler und manchmal klappt etwas nicht direkt so wie wir möchten.

 

Ich habe damals den Fehler gemacht und wollte direkt alles ohne Plastik kaufen. Stellte sich heraus, bei meinem Budget und im normalen Supermarkt – unmöglich. Ich musste also zurückrudern. Ich recherchierte viel im Internet und überlegte mir genau, wie und womit ich starten wollte. Also machte ich Stück für Stück Änderungen und überlegte präzise wo ich was kaufen konnte und was ich vielleicht auf Vorrat horten sollte, um unnötige Fahrwege zu vermeiden. Aber ich habe nicht aufgegeben, auch wenn ich zwischendurch frustriert war habe ich immer weiter gemacht und in  kleinen Schritten Dinge verändert.

 

Wichtig ist anzufangen und weiter zu machen. Hierbei gilt, der Weg ist das Ziel. Uns alle geht Nachhaltigkeit etwas an, wir alle können etwas tun um nachhaltiger zu leben und uns sowie unserer Welt somit etwas Gutes zu tun.

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