Kurztrip an die Mosel

Wie schon in meinem anderen Beitrag Flucht vor dem Alltag erwähnt, habe ich die Kurztrips für mich entdeckt und bin immer wieder beeindruckt davon, wie man nach nur 2 Tagen so erholt sein kann, wie nach einer Woche Urlaub.

Dieses Mal hat die Mosel gerufen. Genauer gesagt, die Burg Eltz. Seit gut 1 bis 2 Jahren rede ich von dieser Burg und da dieses Jahr ein richtiger Sommerurlaub ausgefallen ist - Kurztrips olé, einer davon nun endlich zur Burg Eltz. >>Die Burg schlechthin<< liegt in einem Seitental der Mosel und existiert seit dem 12. Jahrhundert. Einen Ausflug (oder 2, 3,...) ist sie allemal Wert.

Unsere Unterkunft war diesmal auch etwas anderes, ein kleiner Gasthof nahe der Burg in Wierschem. Zur Abwechslung mal kein Campingplatz, für mich immer wieder etwas gewöhnungsbedürftig, aber die Familie und die Angestellten des Landhaus vor Burg Eltz haben einen mit einer solchen Freundlichkeit begrüßt, dass es sehr leicht fiel, sich dort wohl zu fühlen. Umgeben von Feldern über Wiesen und Täler und als kleines Extra noch mit super Wetter, besser hätten wir es nicht treffen können. 

 

 

 

Schon bei unserer Ankunft ließen wir die Wolken und den Regen hinter uns und wurden von leichten Sonnenstrahlen begrüßt. Nach einem stärkenden Kaffee machten wir uns gleich auf eine kleine Wanderung zur Burg und wurden nicht enttäuscht.

Als sich die Burg im Tal umringt von der bloßen Natur vor uns erstreckte, machte mein Herz sogar einen kleinen Freudensprung. Meine Fantasy versetzte mich direkt in einen historischen Roman zurück und statt der vielen Touristen sah ich Bauern und Dienstmägde.

Eine Burgführung und ein Stück Kuchen später, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Denn wenn man zu Fuß unterwegs ist, muss man den ja genauso einplanen wie den Hinweg und so langsam wurde ich müde. Es folgte ein Abendessen im Landhaus und ein kurzes Nickerchen, bevor der Abend mit meinem Highlight beendet werden sollte.

So oft hatte ich davon gelesen und da unsere Unterkunft mit dem Auto nicht so weit weg von der Burg war, machten wir uns kurz vor Einbruch der Dunkelheit noch einmal auf zur Burg - und waren mutterseelenallein. Ein wahrer Traum, die Burg Eltz in all ihrer Pracht und ohne Touristenzufluß zu sehen. Also als kleiner Tipp - um Menschenmengen zu meiden, immer abseits der Hauptzeiten auf den Weg machen.

Zurück im Landhaus, fiel ich geplättet und zufrieden von all den neuen Eindrücken ins Bett. Der nächste Tag konnte kommen. 

Ein entspannter Spaziergang zurück zum Auto und auf los - weiter nach Winningen in die Weinberge.

Da die meisten Restaurants montags Ruhetag hatte, schoben wir das Mittagessen noch etwas nach hinten. Wie wir feststellen sollten, weiter nach hinten als uns lieb war... denn beeindruckt von den Weinbergen und dem Infowanderweg, waren wir erst gegen 14 Uhr wieder auf dem Weg etwas Nahrhaftes zu finden. Nachdem wir uns ein kleines Restaurant am Hafen in Winningen rausgesucht hatten, wurden unsere Mahlzeit erneut etwas unsanft vertagt. An der Tür hing ein Schild - „Betriebsurlaub“. Es sei den Leuten recht herzlich gegönnt, aber wenn ich Hunger habe, brauche ich etwas zu essen, sonst wird meine Laune katastrophal.

Meine bis dato sehr geduldige Reisebegleitung wurde so auf der folgenden Autofahrt ganz schön auf die Probe gestellt und ich machte es garantiert nicht leicht (an dieser Stelle ein riesen Danke an meinen Freund, der all meine Hungerlaunen ohne zu Meckern ausgehalten hat).

Endlich angekommen in Cochem war ich so beeindruckt von dem Ausblick, den die Reichsburg bot so wie sie sich am Rande der Mosel erhob, dass mein Hunger erneut hinten angestellt wurde - denn erst musste die Burg erklommen werden.

Gesagt getan und super beeindruckt von der Malerei auf dem Hauptturm, sowie der gesamten Architektur, holten wir unser Mittagessen (und ein Glas Wein) so um 16 Uhr in einem kleinen Restaurant mit Moselblick nach. Nachdem mein Hunger nun also >>endlich<< besiegt war, konnte ich gar nicht anders als mich über den super schönen, ereignisreichen Tag zu freuen. 

Da unser Gasthof etwas abseits vom Schuss lag, erwies sich eine Weinprobe in den Mosel-bekannten Weinbergen als leicht schwierig und somit besorgten wir uns kurzerhand einen Wein der Region und genossen diesen in unserem Zimmer des Landhauses. Geplättet und erneut rundum glücklich hatte auch dieser Tag geendet und so stand leider schon unser Abreisetag bevor.

 

Abschließend lässt sich also nur eins sagen: WOW. Ja, unser Kurztrip war etwas ganz anderes als unser gängiger Campingurlaub und es hat sich allemal gelohnt. Das ganze Moselland ist einfach nur schön und ich freue mich schon darauf, es in naher Zukunft wieder zu sehen - nächstes Mal dann gerne auch mit einer richtigen Weinprobe.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Sabine (Donnerstag, 22 August 2019 20:49)

    Dein Bericht macht richtig Lust, auch mal dorthin zu fahren. Man muss nicht weit reisen, denn unsere Umgebung ist so schön!