Plastikfreie Reisezeit - Unmöglich?

Nichts ist unmöglich. Aber leicht ist es ganz bestimmt auch nicht und klappen muss es erst recht nicht.

 

So ist das auch mit dem Verzicht auf Plastik im Urlaub und ich nehme vorweg: Ich habe es nicht geschafft. Leider war es ein unrealistisches Ziel für mich, in meiner aktuellen Lebenslage ABER auch das ist nicht schlimm. Denn, ich habe darüber nachgedacht und darauf geachtet so gut es ging. Nachhaltig sein und Zero Waste Leben, beginnt nämlich im Kopf und meint, das Reduzieren von Müll immer im Hinblick auf die aktuellen Lebensumstände und somit natürlich auch auf das aktuelle Budget.

Wie ich schon einige Male erwähnt habe, ich studiere. Ja, ich gehe arbeiten aber natürlich nicht Vollzeit und somit geht das Geld gerne mal schneller weg als ich gucken kann. Nicht immer sind also Glas-Flaschen oder regionale Produkte vom Bauernhof drinnen. Und genauso verhält es sich im Urlaub. 

Aber erst einmal mehr zum Urlaubsziel. Camping auf einer kleinen Insel in der Nordsee. In den Niederlanden. Und spätestens jetzt fällt wahrscheinlich einigen ein, was ich vor meinem kleinen Plan, komplett auf Plastik zu verzichten, nicht bedacht habe. 

  • Camping: da wir keinen Trecker zum Ziehen all unseres Gepäcks haben, sind viele Produkte die wir benutzen schon seit Beginn unserer Camping Zeit aus Plastik (Kleine Anmerkung am Rande: unsere dicken Plastikteller sind von den Eltern stibitzt und seit über 15 Jahren in Gebrauch & wenn ich von Plastik-Produkten rede, meine ich NATÜRLICH keine Einmal-Wegwerf-Produkte, sondern Dinge wie Tupperdosen etc.)
  • Die Mülltrennung. Leichtverpackungen werden über den Restmüll entsorgt. Hierzu zählen Blechdosen, Kunststoffverpackungen etc., eine separate gelbe Tonne wie bei uns, gibt es nicht.
  • Einfach alles ist in Plastik eingepackt. (Das gilt natürlich nicht nur für die Niederlande, auch bei uns in Deutschland ist noch viel zu viel in Plastik verpackt.)

 

 

 

 

 

Macht nichts, dachte ich mir, irgendwie würden wir das schon hinkriegen. Doch der erste Abend brachte schon das erste Problem... Wir bekamen gerade noch eine der letzten Fähren, schlugen unser Lager auf und huschten schnell zum Supermarkt.

Mit knurrendem Magen blieb ich vor jeder Theke stehen, versuchte etwas zu finden, was nicht in Plastik eingepackt war. Als wäre es nicht schon schlimm genug hungrig einkaufen zu gehen, so gab es gefühlt gar nichts, was nicht eingepackt war. Selbst die Brötchentüte bestand aus Plastik. (Klar, wenn ich an meinen Jutebeutel für die Brötchen gedacht hätte, wäre dieses Thema schon einmal erledigt gewesen, aber hier gebe ich dem Fähr- & Aufbaustress die Schuld).

Somit blieb uns schon am ersten Abend keine andere Wahl, wir griffen zu dem was nötig war und nahmen uns vor, morgen nach einem lokalen Bauern zu suchen.

Guter Laune und guter Dinge, machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg, Die Möwen hatten die Plastikbehälter gestern noch gut gesäubert (JA ich weiß, man sollte Möwen nicht füttern - haben wir auch nicht - die kleinen Biester haben sich über unser Essen hergemacht während wir auf der Düne oberhalb unseres Zeltes testen wollten ob wir wohl das Meer sehen - tja, Unfälle passieren) und so wurde wenigstens nicht das kleinste bisschen Essen weggeschmissen.

Also konnte es auf zum Bauern gehen. Ein kleiner Bauernladen am Straßenrand, sogar auf Vertrauensbasis was das Zahlen angeht...leider komplett leer-gefegt. Scheint als waren wir nicht die Ersten hier. Der Hunger kam dann doch schneller als gedacht und so ging es ab zum Hafen - Mittag-essen. Aus Hygienischen Gründen wurde hier direkt in Plastikschalen serviert, die Möglichkeit einen Teller zu benutzen gab es nicht.
Also erneut Plastik... aber  um wenigstens den Trinkbechern eine neue Aufgabe zu geben, nahm ich die zwei mit uns sie fungierten die kommenden Tage als Zahnputzbecher. Der Tag war fast um, wir warfen einen Blick in mehrere Lokale Geschäfte, fanden leider jedoch nichts, was einigermaßen unserem Budget entsprochen hätte. Am Abend gab es also Pizza vom Pizzamann, in einer Pappschachtel.

 

Und genau so verlief unser Urlaub. Wir versuchten möglichst viel auswärts zu essen, wo es kein Essen in Einwegverpackungen gab, denn im Supermarkt gab es viel zu viel Plastik und die kleinen Bauernläden konnten wir uns nicht leisten.

 

Alles in Allem haben wir trotz des misslungenem Versuches, den ganzen Urlaub ohne Plastikmüll zu verbringen, eine positive Bilanz gezogen. Denn, wir haben deutlich weniger Plastik gekauft als noch im Jahr zuvor und so haben wir natürlich auch weniger Müll produziert.

 

 

Natürlich fiel es mir unglaublich schwer, das gesetzte Experiment schon am ersten Abend zu brechen und am zweiten quasi ganz zu känzeln, aber auch ich bin ab und an Fan einer realen Vorstellung der Welt. Die Umstände und unser Budget sind momentan leider nicht passend um immer und überall darauf zu achten, dass es keine Plastikverpackung ist, aber wir haben es im Hinterkopf. Wir achtens stets darauf und geben uns Mühe. Mehr kann man von einem Menschen doch eigentlich nicht verlangen oder ?

Kommentare: 0